Unsere Antworten auf Ihre Fragen.
Was ist ein Demenzdorf?
Ein Demenzdorf ist eine besondere Form des Zusammenlebens für Menschen mit Demenz. Statt eines klassischen Pflegeheims entsteht ein lebendiges, dörfliches Umfeld mit echten Plätzen, Gärten, Cafés und Werkstätten. Ein Ort, der vertraut wirkt und Geborgenheit schenkt. BewohnerInnen können sich frei bewegen, am Alltagsleben teilnehmen und bleiben so lange wie möglich Teil einer Gemeinschaft.
Wie unterscheidet sich ein Demenzdorf von einem klassischen Pflegeheim?
In einem herkömmlichen Pflegeheim steht die medizinische Versorgung im Vordergrund. Struktur, Sicherheit, Routine. Ein Demenzdorf denkt von der Lebensqualität her: Menschen mit Demenz leben in kleinen Wohngemeinschaften (6–8 Personen) zusammen, teilen Mahlzeiten, Hobbys und Alltag. Besuche von Angehörigen, Nachbarn oder Schulkindern sind keine Ausnahme, sondern zentraler Bestandteil des Konzept. Das Ziel ist nicht Verwaltung der Krankheit, sondern Verbindung trotz ihr.
Was bedeutet „integriert statt isoliert"?
Viele Menschen mit Demenz erleben zunehmende Einsamkeit. Aus dem Alltag ausgeschlossen, hinter geschlossenen Türen. RE:MEMBER dreht dieses Bild um: Das Dorf öffnet sich zur Gesellschaft hin. Angehörige, Freunde und Nachbarn kommen selbstverständlich vorbei. Der Marktplatz, das Café, die Werkstatt, sie gehören nicht nur den BewohnerInnen, sondern sind Teil eines lebendigen Miteinanders.
Was steckt hinter dem Namen RE:MEMBER?
RE:MEMBER bedeutet: erinnern und verbinden. Nicht die Diagnose steht im Mittelpunkt, sondern der Mensch dahinter. Jede Person trägt Erinnerungen in sich. RE:MEMBER schafft ein Umfeld, das diese Erinnerungen weckt und Menschen miteinander verbindet: BewohnerInnen, Angehörige, Nachbarn und Pflegeteam.
Was ist das Besondere an der mediterranen Gestaltung?
Warme Farben, helle Holzböden, der Duft von Lavendel, der Klang eines Brunnens. Solche sinnlichen Eindrücke bleiben selbst bei fortgeschrittener Demenz erhalten. Mediterrane Architektur weckt Urlaubserinnerungen, schafft ein Gefühl von Wärme und Offenheit und lädt zum Verweilen ein. RE:MEMBER setzt bewusst auf diese Gestaltung, weil sie emotional wirkt und das Wohlbefinden nachweislich stärkt.
Welche Rolle spielen Angehörige und Nachbarn im Alltag?
Eine zentrale. RE:MEMBER ist kein abgeschlossenes Areal, das man nur zu Besuchszeiten betritt. Angehörige können jederzeit kommen, mitessen, mitgärtnern oder einfach da sein. Nachbarn sind willkommen. Schulklassen können vorbeikommen. Diese Offenheit ist kein Zufall. Sie ist Programm. Denn echte Teilhabe entsteht nur, wenn das Leben von außen hereinkommt.
Wie sieht ein typischer Tag im RE:MEMBER-Dorf aus?
Es gibt keinen „typischen" Tag im klassischen Sinne. Und genau das ist der Punkt: Wer möchte, frühstückt in der Wohngemeinschaft. Wer mag, geht auf den Marktplatz oder in den Garten. Es gibt Werkstätten, ein Café, gemeinsame Aktivitäten. Aber niemand muss. Die Würde der Selbstbestimmung steht über dem Tagesplan. Das Pflegeteam begleitet, es verwaltet nicht.
Warum ist ein Demenzdorf gut für meine Stadt?
Ein RE:MEMBER-Dorf bringt mehrfachen Nutzen: Es revitalisiert Brachflächen, alte Kasernen oder Konversionsflächen und schafft daraus lebendige Orte. Es generiert neue Arbeitsplätze in Pflege, Gastronomie und Handwerk. Es entlastet die kommunale Pflegeinfrastruktur, ohne Kosten auf die öffentliche Hand zu verlagern. Und es positioniert Ihre Stadt als Vorbild für aktives Altern und soziale Innovation.
Welche Flächen eignen sich für ein solches Projekt?
Gut geeignet sind Areale mit Entwicklungspotenzial: ehemalige Kasernengelände, Konversionsflächen, innerörtliche Brachflächen oder größere Grundstücke in Gemeinden mit Wachstumsdruck. Entscheidend sind ausreichende Fläche für ein dörfliches Ensemble, gute Anbindung und die Bereitschaft der Kommune zur Zusammenarbeit. Wir gehen das gerne gemeinsam durch. Sprechen Sie uns an.
Wie kann unsere Kommune Teil des Projekts werden?
Der erste Schritt ist das Gespräch. RE:MEMBER sucht aktiv Kommunen und Partner, die dieses Leuchtturmprojekt gemeinsam realisieren möchten. Wir erklären das Konzept, prüfen gemeinsam die Voraussetzungen und entwickeln auf Wunsch erste Szenarien. Nehmen Sie Kontakt auf. Wir freuen uns auf den Austausch.
Wie viele Menschen in Deutschland leben mit Demenz?
Derzeit sind es schätzungsweise 1,8 bis 2 Millionen Menschen. Tendenz stark steigend. Bis 2050 könnte die Zahl auf rund 3 Millionen anwachsen. Damit gehört Demenz zu den größten gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit. Und sie betrifft nicht nur Betroffene, sondern auch Millionen von Angehörigen, die pflegen, begleiten und ausharren.
Warum reichen klassische Pflegestrukturen künftig nicht mehr aus?
Städte, Gemeinden und Familien stoßen bereits heute an Grenzen. Der Fachkräftemangel in der Pflege ist real. Pflegeheime sind ausgelastet. Häusliche Pflege überfordert viele Angehörige. Und die Zahl der Betroffenen steigt. Gleichzeitig sind bestehende Strukturen oft nicht auf die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit Demenz ausgerichtet. Wir brauchen neue Antworten. RE:MEMBER ist eine davon.
Was bedeutet Demenz für Familien und Angehörige?
Demenz verändert nicht nur den Betroffenen, sie verändert das gesamte familiäre Gefüge. Angehörige übernehmen Verantwortung, die sie oft an ihre eigene Belastungsgrenze bringt. Gleichzeitig wollen sie sicher sein, dass der Mensch, den sie lieben, gut versorgt und nicht allein ist. RE:MEMBER gibt Angehörigen die Möglichkeit, Teil des Alltags zu bleiben, ohne die Last allein zu tragen.
Wann und wo entsteht das erste RE:MEMBER-Dorf?
RE:MEMBER befindet sich aktuell in der Konzept- und Partnerschaftsphase. Wir suchen engagierte Kommunen, Investoren und UnterstützerInnen, die dieses Vorhaben gemeinsam mit uns realisieren möchten. Wenn Sie mehr erfahren oder ins Gespräch kommen möchten, freuen wir uns über Ihre Nachricht.